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Meisterstück

Bad Säckingen - Meistertigerinnen 21:30 (11:14)

Montagmorgen, kurz nach elf. Ich bin auf dem Weg mein Auto zu holen, es steht noch in der Stadt von gestern Abend. Der Spaziergang im kühlen Wind ist genau das richtige und mir gehen nochmal die Bilder von gestern durch den Kopf.


Zuerst die positive Anspannung in den letzten Wochen, diese natürlich auch nervöse, aber trotzdem hoch konzentrierte Vorfreude auf das große Finale. Das Geschenk, alles in eigener Hand zu haben, wir mussten „nur“ gewinnen, und das in Bad Säckingen. Aber an Herausforderungen wächst man und egal wie es am Ende aus geht, wir wollten Spaß haben und das Spiel genießen. Der Spielberichtsbogen ist voll, wir sind 14 kampfbereite Tigerinnen, die sich nochmal alles getapet haben, was in den letzten Wochen schmerzte und zwickte. Von Zeh, über Knöchel, Handgelenke, Finger - unser Tapeverbrauch ist gigantisch. Dabei denken wir an die, die nicht dabei sein können. An Leonie mit Kreuzbandriss, Klara mit gestresstem Handgelenk, Mones Rückenprobleme, Heikes berufliche Außendiensteinsätze und Katrins Zerrung am Knie.  Dann ist Anpfiff, die Gastgeberinnen, ebenfalls mit voller Bank, haben den Ball, wir zu spät dran, 7m Strafwurf, 1:0. Im Gegenzug gelingt gleich das 1:1, dann das 1:2 und 1:3. Wieder leisten wir uns Lücken in der Abwehr, vorne spielen wir zu kompliziert – 6:4 für die Heimmannschaft. Auf der Tribüne kommt richtig Stimmung auf – natürlich sind die Todtnauerinnen da. Aber auch unser Anhang ist nicht zu überhören und feuert uns an. Fünf Tore in Folge für uns - 6:9. Das geht ja hin und her. Was für ein Spiel, Fehler und Unkonzentriertheiten werden sofort bestraft.  Dann die ersten zwei Minuten Strafe gegen uns. Geht in Ordnung, es ist eine intensive, aber keineswegs unfaire Partie, gut leitet vom Schiri Christian Kunath. Bad Säckingen kommt zu Ausgleich von 9:9. Dann ist die Unterzahl endlich vorbei und wir gehen wieder 9:12 in Führung. Mit dem Pausenpfiff trifft Sina noch genau in den Winkel Links hoch – 11:14 für uns. Kurz durchatmen, es ist stickig in der Halle, meine Stimme hat schon gelitten, aber der Glaube an uns ist stärker denn je. Die kleinen Probleme in der Abwehr lassen sich ansprechen und abstellen. Der Blick für den freien Mitspieler in der zweiten Phase kann besser werden, ansonsten heißt es volle Konzentration und nochmal alle Kräfte mobilisieren. Einziger Wehmutstropfen ist die Wadenzerrung von Nina. Ich sehe es in ihren Augen, sie würde so gerne, aber es geht nicht mehr. 

Auf geht’s zur zweiten Halbzeit, gleich ein Tor – 11:15. Und noch eins, und noch eins - 13:19. Ja, Ja, Ja, es läuft - 15:24. Wir spielen Bälle in der Abwehr heraus, Pipi hält super, hält einen Siebenmeter. Andi tankt sich mit einer Drehung um den Gegner durch. Noch bevor der Ball im Tor und sie noch in der Luft ist, ballt sie die Faust zum Jubel und fällt auf den Ellenbogen. Jetzt tut nichts mehr weh. Die Bank jubelt. In der 53. Minute nimmt der Heimtrainer seine zweite Auszeit. Wir haben gerade unbeschadet unsere zweite Unterzahl überstanden und wechseln nochmal durch zum Endspurt. Es steht mittlerweile 16:27 und die Bad Säckingerinnen gehen in die offene Manndeckung. Wir machen trotzdem das nächste Tor, das nervige Training hat sich gelohnt. Wir führen mit zwölf Toren und nur noch wenige Minuten. Es ist durch, wir haben es geschafft. Die Mädels stehen auf der Bank, seit Minuten singen sie auf der Tribune „Oh, wie ist das schön“. Sophia macht das 30. und damit unser letztes Tor der Saison. 21:30 – Meister, Aufsteiger, Wahnsinn.

Sekt raus, Meisterleibchen an, feiern. Das Ergebnis zu Hause durchgeben, die Herren informieren, die zeitlich zu Hause um die Chance auf Klassenerhalt kämpfen. Kabinenparty,  Harlem Shake, Sektduschen. Die Gastgeber bringen noch Muffins vorbei und gratulieren. Danke, ihr ward ein toller Gegner.  Danke Fans, ihr habt uns super unterstützt. Danke Timo für den leserlichen Spielberichtsbogen und fürs Sekretär sein, fürs Mitfeiern und Chauffeur spielen.

Mittlerweile bin ich bei meinem Auto angekommen. Ein Politesserich schreibt gerade den Wagen zwei Plätze vor mir auf. Mit einem freundlichen Nicken fahre ich vom Parkplatz, er schaut mir enttäuscht nach, aber mit Meisterglück bekommt man kein Knöllchen. Auf der Rückfahrt läuft schon wieder Bakermat - Vandaag (I Have A Dream Song) so wie gestern auch schon. Wir hatten tatsächlich einen Traum und haben ihn wahr gemacht. Tja, an Tagen wie diesen (J) findet man überall Botschaften.Und ich bin schon wieder gerührt und stolz auf meine Meistertigerinnen :

Klara (1a),  Mone (1b),  Sophia (2),  Andi (3),  Leonie (4),  Katrin (5),  Sina (6),  Nina (7),  Coco (8), Heike (9),  Hannah (10), Conny (11),  Christine (12),  Uschi (13),  Anna (14),  Lisa (15),  Laura (18),  Josi (20),  Sassi (23),  Laura (24)

Meisterbilder